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Winkelfehlsichtigkeit - Winkelfehlsichtigkeit - Winkelfehlsichtigkeit - Winkelfehlsichtigkeit |
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Die „operationswürdige“
Prismenstärke, die von Betroffenen als zu groß (Gläser zu schwer, zu dick)
bewertet wird, ist individuell unterschiedlich. So werden oft horizontale
Gesamtprismen über 10-15 Prismen längerfristig als nicht akzeptabel
betrachtet. Bei Vertikalprismen ist dieser Punkt häufig schon bei etwa 6-10
Prismen erreicht. Bei
Gleitsichtbrillen spielt oft der enorme Zusatzpreis von prismatischen Wirkungen eine nicht
zu unterschätzende Rolle. Da „rechnen“ sich Operationskosten recht schnell,
auch wenn dies eher kein medizinischer Grund ist. Aber in Anbetracht der
„Ungefährlichkeit“ einer Augenmuskeloperation gibt es auch keine
gewichtigen Gründe, die dagegen sprechen würden. Selbst kleinste Winkel
von 1-2 Prismen in der Horizontalen und Vertikalen können sehr genau operiert
werden. Es gilt der Grundsatz: "Schlüssellochchirurgie" Hierdurch ergibt sich
auch für einen noch unerfahrenen Operateur zwar ein sehr guter Einblick auf den
zu operierenden Muskel, aber es werden unverhältnismäßig viele Gefäße
zerschnitten und eine im Verhältnis zur eigentlichen Operation riesige Wunde
geschnitten. Als Folge dieser großen Bindehautöffnung
kann es zu Verziehungen der Bindehaut, zu bleibenden Narben und selten zu
dauerhaften Beschwerden kommen. Besonders der lange zirkuläre Schnitt am
Hornhautrand und die für den Wundschluss notwendigen Nähte sind für nicht
wenige Patienten postoperativ 2 bis 4 Wochen dauernde Befindlichkeitsstörung
bis Pein. Manchmal bleiben die
hornhautrandparallelen Schnitte dauerhaft sichtbar oder gar langfristig als
Fremdkörper spürbar. Die Möglichkeit, nach
solchen Operationen überhaupt Kontaktlinsen tragen zu können, ist
dadurch in einigen Fällen versperrt. In den letzten
Jahrzehnten wurden nur wenige neue Operationstechniken mit kleineren Bindehautöffnungen
vorgestellt. Die Mehrheit davon hat sich nicht durchgesetzt, weil viele dieser
Methoden sind nur mit Einschränkungen und nicht bei allen Altersgruppen durchführen
lassen Das Prinzip von MISS
betrifft also nicht unbedingt die eigentliche Veränderung der Muskelstrecke,
sondern den Zugang zum Operationsgebiet. Dieser macht jedoch den
Großteil der postoperativen Beschwerden aus. Es werden hierbei nur
zwei kleine radiäre Öffnungen direkt neben die Muskelansätze geschnitten. Durch
diese beiden etwa 4 mm langen Bindehautöffnungen führt man in „Schlüssellochtechnik“
die Muskelveränderungen (Rücklagerung, Vorlagerung, Kürzung, Faltung) durch.
Auf die Einzelheiten dazu soll hier nicht eingegangen werden. Sie sind in den
Arbeiten von Mojon nachzulesen (minimally invasive strabismus surgery). Die beiden Bindehautöffnungen
werden am Ende der Operation mit auflösbaren Fäden verschlossen. Da sie etwa
6-7 mm vom Hornhautrand entfernt liegen und zudem durch die Lider gänzlich
bedeckt sind, führen sie weitaus weniger zu Fremdkörperreizung oder gar
Schmerzen. Ein weiterer Vorteil der
kleinen Bindehautöffnungen liegt darin, dass der Heilungsprozess
sehr viel schneller vonstatten geht. So ist das Führen eines Fahrzeuges
schon nach wenigen Tagen möglich und auch die Dauer von Arbeits- oder Schulunfähigkeit
wird kürzer. Die MISS-Technik kann bei
Patienten jeden Alters durchgeführt werden. Besonders bei Zweit-
oder Mehrfacheingriffen am selben Muskel ist dieses Verfahren von unschätzbarem
Wert. So können Schrumpfungen der Bindehaut und dauerhafte Beschwerden durch
wiederholte große Bindehautöffnungen an gleicher Stelle vermieden werden. Die Einführung dieser
neuen mikrochirurgischen Schlüssellochtechnik kann schon heute als Meilenstein
in der Strabismuschirurgie gelten. Die flächendeckende Einführung der MISS
wird wohl – auch weil das Erlernen
sehr viel schwieriger erscheint – noch viele Jahre bis Jahrzehnte dauern.
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