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Diese Information ist neben der persönlichen Beratung für Eltern gedacht, deren Kind erstmals eine Prismenbrille bekommt.

Warum lesen Sie als Eltern diese Seite?

Bei Ihrem Kind gibt es eine oder mehrere der hier aufgeführten Auffälligkeiten. Sehr oft besteht dann auch eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit.

  • Lese-, Schreib- und Rechenprobleme, große Neigung zu Flüchtigkeitsfehlern, schlechte Handschrift,  Lernunlust, geringe Belastbarkeit und ähnliches mehr. Oft besteht auch eine auffällige Zappligkeit (Hypermotorik). Es liegt zudem der Verdacht oder die Diagnose AD(H)S vor.
  • Auffällige Grobmotorik (Ballspielen, Treppenlaufen), gestörte Auge-Hand-Koordination, Gleichgewichtsprobleme, Ungeschicklichkeit.
  • Mangelhafte Feinmotorik (Malen, Ausmalen, Ausschneiden)
  • Anstrengungszeichen: Kopfschmerzen (in den ersten vier Lebensjahren eher Bauchschmerzen), Augenschmerzen, Augenbrennen, Augentränen, Augenblinzeln, Schwindel, Übelkeit, schnelles Ermüden beim Lesen und Schreiben.

Diese und weitere Auffälligkeiten können durch eine bei Ihrem Kind bestehende Winkelfehlsichtigkeit verursacht, ausgelöst oder verstärkt worden sein.

Was jetzt zu tun ist

Mit der seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich durchgeführten Mess- und Korrektionsmethodik nach H.-J. Haase (früher Polatest-Methodik genannt) kann bei ihrem Kind genau festgestellt werden ob und welche Winkelfehlsichtigkeit besteht. Aufgrund dieser Messungen kann eine Prismenbrille angefertigt werden. Durch das Tragen dieser Brille wird versucht, die Auffälligkeiten zu vermindern oder zu beheben. Dies empfehlen wir besonders auch bei Kindern mit weiteren Entwicklungsstörungen. Auch bei bestehende Legasthenie oder AD(H)S sollte unbedingt eine Messung auf Winkelfehlsichtigkeit durchgeführt werden.

Wer führt Messungen auf Winkelfehlsichtigkeit durch?

Nur sehr wenige Augenärzte und einige Augenoptiker. Einige sind hier aufgeführt:  IVBS.

Hinweis: Vermeiden Sie von Optikern angebotenen kostenpflichtige Übungen: Visualtherapie, Funktionaloptometrische Übungen, Sehtraining. Dazu mehr hier.

Was erwartet werden kann

Es wird erwartet, dass zunächst bestehende Anstrengungsbeschwerden wie Kopf- und Augenschmerzen meist recht schnell verschwinden oder zumindest deutlich verringert werden.

Je jünger winkelfehlsichtige Schulkinder sind, wenn sie erstmalig eine Prismenbrille bekommen, desto eher werden wahrscheinlich die bestehenden Auffälligkeiten abnehmen. Besonders bei Korrektionsbeginn in den ersten zwei Schuljahren entwickelt sich in überschaubarer Zeit sogar Freude am Lesen.

Da der Schulerfolg ganz wesentlich an die Lesebereitschaft und Lesefähigkeit gekoppelt ist, kann jede Verringerung der Leseabneigung positive Auswirkungen auf die Schulsituation Ihres Kindes haben. Unterstützt wird dies auch durch die nun zu erhoffende Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit.

Bitte...

  • achten Sie darauf, dass Ihr Kind die neue Brille ständig trägt, also auch beim Spielen und während des Sportunterrichts (außer Schwimmen),  
  • motivieren Sie Ihr Kind bei anfänglichen Gewöhnungsschwierigkeiten durch die Prismenbrille,  
  • sorgen Sie bei verbogener oder defekter Brille schnell für Reparatur oder Ersatz,  
  • nehmen Sie die empfohlenen Nachkontrollen wahr, damit eventuell notwendige Änderungen der Brillengläser durchgeführt werden können.
  • führen Sie die Prismenbrillen nicht weiter, wenn sich schon mit der ersten Brille kein Erfolg gezeigt hat.

Winkelfehlsichtigkeit ist keine Krankheit, sondern nur ein Sehfehler. Daher „heilt“ eine Prismenbrille auch nicht. Eine Prismenbrille korrigiert diesen Sehfehler nur, während sie getragen wird.

Was nicht erwartet werden kann

In den meisten Fällen ist nicht zu erwarten, dass Ihr Kind durch das Tragen der Brille innerhalb weniger Tage oder Wochen von allen Problemen befreit wird. Dies gilt besonders, wenn mit Prismenbrillen erst nach dem zweiten Schuljahr begonnen wurde.

Die Augen (besser gesagt: „die Arbeitsgemeinschaft von Augen, Sehzentrum und anderen Teilen des Gehirns“) Ihres Kindes haben sich über viele Jahre darauf einstellen müssen, mit fehlerhaften, optischen Seheindrücken umzugehen.

Dabei haben sich die Augen an eine Steuerung ihrer Muskulatur gewöhnt, die versucht, die Winkelfehlsichtigkeit auszugleichen. Dadurch konnte das beidäugige Sehen trotz vorhandener Winkelfehlsichtigkeit erlernt werden. Aber dieses Gegensteuern kostet viel Kraft, die Ihrem Kind dann an anderer Stelle fehlt.

Die Prismenbrille nimmt Ihrem Kind das Gegensteuern nun ab und sorgt für genau zueinander passende optische Seheindrücke beider Augen. Die Augen müssen aber erst lernen, mit diesen neuen und besser zueinander passenden Seheindrücken umzugehen. Dieser Lernvorgang und die komplette Entspannung der bisher verkrampft arbeitenden Augenmuskeln kann eine gewisse Zeit dauern.

Außerdem kann Ihr Kind durch das bisher gestörte Sehen spezielle Einstellungen und Verhaltensweisen entwickelt haben, z. B. als Ergebnis der vielen Enttäuschungen in der Schule, die auch nicht von einem Tag auf den anderen vergessen werden können.

Bitte seien Sie mit Ihrem Kind geduldig. Rechnen Sie nicht in Tagen oder Wochen, sondern in Monaten und vielleicht sogar Jahren.

Was Sie noch tun können

Mit der Prismenbrille sind zusätzlich gezielte Übungen und Therapien oft erfolgreicher als zuvor:. Ergotherapie, Rechtschreibtraining, Übungen zur Entwicklung des Zahlenverständnisses und der Mengenvorstellung,  Spiele und Übungen zur Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit, Verhaltenstherapie zum Abbau von aggressivem Verhalten des Kindes,  

Winkelfehlsichtigkeit wird häufig vererbt. Daher könnten Sie die beschriebenen Auffälligkeiten auch bei Geschwistern beobachten. Je früher eine Winkelfehlsichtigkeit korrigiert wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Bemerken Sie bereits vor Schuleintritt, dass Ihr Kind Schwierigkeiten beim Malen, Ausmalen, Ausschneiden hat, dann ist dies ein recht deutlicher Hinweis.

Wie geht es nach der ersten Prismenbrille weiter?

Da Winkelfehlsichtigkeit von Geburt an besteht, werden die Ausgleichsbestrebungen der Augen entsprechend fest eingefahren sein. So wird bei den ersten Messungen oft noch nicht die gesamte Größe der Winkelfehlsichtigkeit gefunden. Daher sind Nachkorrektionen notwendig, um diese Veränderungen ebenfalls korrigieren zu können.

Betrachten Sie die erste Prismenbrille ruhig zunächst als eine Art Versuch, die Probleme Ihres Kindes zu vermindern. Urteilen Sie über den Erfolg der Prismenbrille bei vier- bis siebenjährigen Kindern nach etwa drei Monaten, bei älteren Kindern nach einem halben Jahr. Die erste Kontrolle sollte spätestens nach dieser Zeit erfolgen. Hierbei werden nur dann neue Prismengläser notwendig, wenn bereits eine Verringerung der bestehenden Schwierigkeiten eingetreten und  dadurch eine weitere Verringerung der Auffälligkeiten zu erwarten ist.

Beobachten Sie oder andere (z.B. Lehrer) also überhaupt keine Veränderungen, dann macht die Weiterführung der Prismenkorrektion keinen Sinn. Fühlt sich Ihr Kind allerdings mit der Prismenbrille wohl und trägt sie gerne, dann führen Sie die Prismenkorrektion weiter, denn auch ein Kind tut nichts ohne Grund.