Startseite  - Kontakt  - Impressum
 
 
 
Startseite
 

 

Allgemeines zu Kinderfassungen und Kinderbrillen

Die Auswahl und Anpassung von Kinderbrillen ist eine sehr anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeit. Eltern, die etwas mehr über die besonderen Anforderungen (an die Kinderbrille und an den Augenoptiker) erfahren möchten, können hier nachlesen. 

Zwei Hauptforderungen sind einfach und doch schwer zu erfüllen

  • Kinder sollen sich mit ihrer Brille genauso bewegen können, wie sie es ohne Brille tun würden!
  • Ihr Kind sollte nie über die Brille scheuen können.

Welche Fassungs- oder Scheibenform?

Kinder sind bekanntlich kleiner als Erwachsene und müssen öfter nach oben schauen.  So sollen die Scheibenformen der Brillengläser mindestens bis zu den Augenbrauen reichen. 

Kleinkinder haben meist "dicke" Wangen und hier dürfen die Fassungsränder nicht aufsitzen (Allergiegefahr) . Also sollten die Fassungsscheiben oben rund und unten gerader sein. 

Wie groß soll die Fassung sein?

Sie soll so klein wie möglich sein, eher noch kleiner. Die Nase ist bei den Kindern noch nicht geeignet, große Brillengewichte zu tragen. Siehe dazu auch unter "Welche Nasenstege?" 

Welche Bügelart?

  • Steckbügel: unsinnig, gehören nicht an Kinderbrillen.
  • Golfbügel (Hakenbügel): gut anpassbar, jedoch erst ab 5.-7. Lebensjahr.  Aus dem Hakenbügel kann für den Sportunterricht leicht durch das Aufschieben von Gummistäbchen (gibt es beim Augenoptiker) auf die Bügelenden eine fest sitzende Sportbrille gemacht werden.
  • Flexibler Feder- o. Sportbügel: für Kinder im Vorschulalter die beste Bügelart. Sie gibt nur guten Halt, wenn exzellent angepasst.

Zusätzliche Information für Fachleute: 

Hakenbügel halten sich unter Keilwirkung durch seitlichen, federnden Druck hinter dem Ohr am Schädel. Dieser Druck muss hinter und unter der breitesten Stelle des Schädels liegen.  Flexible Feder- oder Sportbügel hingegen können sich nur durch Reibung am Ohransatz (an der Ohrwurzel) festhalten.

Ob die Verbindung zwischen Bügel und Mittelteil der Fassung als Federscharnier oder normales Scharnier gewählt werden soll,  ist unter Fachleuten nicht geklärt. Federscharniere haben den "Vorteil", Anpassungsfehler des Augenoptikers zu verdecken, aber den Nachteil, dass die Federkraft nicht einstellbar ist und oft nach einer Tragezeit ungleich wird.  

Wenn die Bügel seitlich die Schläfe, bzw. vor den Ohren den Kopf berühren, ist die Brille meist nicht zu klein, sondern falsch angepasst. 

Welche Nasenstege?

Sattelsteg für Kleinkinder bis 3 Jahre: 

Die gesamte Last der Brille sitzt auf der Nase. Die Kleinkinder haben noch keinen festen und erhabenen Nasenrücken (Stupsnase). Seitliche Auflagen, wie normale Brillenstege aus Kunststoff, Silikon o.ä. Material sind meist ungeeignet. Der breitflächige Sattelsteg drückt nicht seitlich an den Nasenrücken, sondern liegt wie ein Sattel auf. Durch variable Dicken des Sattelsteges ist es zudem möglich, den Abstand der Brille so zu wählen, dass die Glasrückseiten nicht mit den oft sehr langen Wimpern in Kontakt kommen.  

Länglicher oder ovaler Seitensteg für Kinder ab 3 Jahre: 

Es ist in letzter Zeit in Mode gekommen, kreisförmige Seitenstege anzubringen. Dieser Modeeinfall ist sogar für Erwachsene unsinnig, somit verbietet er sich erst recht bei Kindern. Hier sollten nur die normalen länglichen oder ovalen Seitenstege verwendet werden. Größere Auflage heißt auch weniger Druckbelastung der Haut. (Man denke an die Wirkung von Stöckelschuhen auf weichem Fußbodenmaterial.)

Welches Brillenglasmaterial?

Es kommen nur Kunststoffgläser in Frage (leichter und sicherer).

Gehärtete Brillengläser?

Gehärtete Gläser zerkratzen nicht so leicht. Aber gegen Gewalteinwirkung schützen sie auch nicht. So genannte "Putzkratzer" können durch Verwendung eines richtigen Glasputztuches vermieden werden.

Entspiegelte Brillengläser? (Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann dieser Punkt übersprungen werden.)

Es gibt keine Untersuchungen, die belegen, dass Kinder durch unentspiegelte Brillengläser Nachteile empfinden. Kinder benötigen nach rein subjektiver eigener Beobachtung meist keine entspiegelten Gläser, weil die Brillenscheiben sehr klein sind und Reflexe weniger störend auftreten. Und Kinder lenken kein Auto und werden  des Nachts oder in der Dämmerung weniger unterwegs sein, wo eine Entspiegelung sicher sinnvoll wäre.

Selbst bei Prismengläser, bei denen Spiegelungen aufgrund schräger Brillenglasoberflächen störender auftreten können, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, dass eine Entspiegelung bemerkbare Vorteile für Kinder bringen würde. Hier kann demnach nur im Einzelfall kritisch beobachtet werden, ob eine Entspiegelung notwendig gewesen wäre. 

Getönte Brillengläser?

Eine Tönung ist nur sinnvoll, wenn ein Augenarzt aufgrund von organischen Befunden dazu rät.

Zusätzliche Sonnenbrille?

Durchaus sinnvoll, über eine extra Sonnenbrille für das Kind nachzudenken. Sie werden es Ihrem Kind anmerken, ob es so lichtempfindlich ist, dass es eine separate Sonnenbrille mit den optischen Wirkungen benötigt. Dies ist dann wesentlich sinnvoller, als gehärtete oder entspiegelte Gläser.

Babybrillen

Brillen für 1 bis 2jährige Kinder erfordern manchmal weitere Maßnahmen, um einen guten Sitz zu erreichen. Zudem können, wenn die Brille immer wieder heruntergezogen wird, Zusatzbefestigungen (Bindebänder, Kopfbänder u.a. erforderlich sein.

 

Es ist nicht immer leicht, eine passende und gut sitzende Kinderbrille zu bekommen. Dies liegt auch daran, dass die Industrie nicht unbedingt eine gute Auswahl an brauchbaren Fassungen anbietet.