Startseite  - Kontakt  - Impressum
 
 
 
Startseite
 

 

Gewöhnung an die Prismenbrille

Sich an eine Prismenbrille zu gewöhnen, bedeutet, dass früher ständig notwendige Anstrengungen des Augenpaares, um diesen Sehfehler zu kompensieren, nicht mehr nötig sind und verlernt werden können. Aber auch verlernen geht nicht immer ganz schnell.

Man muss sich zudem auf neue Raumempfindungen umstellen, weil die Prismengläser nicht an der Stelle sitzen, an dem sich die Augenlinsen befinden (also in den Augen), sondern etwa 15 mm vor dem Augenpaar.

Folgende Effekte können in der Gewöhnungsphase auftreten: 

Bei Augen- und Kopfbewegungen treten schaukelartige Wahrnehmungen auf, die das Sehen bei schnellen Blickwechseln anfangs etwas verzögern können. Dieser Effekt ist bei schwachen Gläserstärken kaum zu merken, bei stärkeren Gläsern kann er recht deutlich auftreten.

Wird eine kleinere Fassung gewählt, dann besteht der Vorteil in dünneren Gläsern und geringerem Gewicht der Brille. Also ist erste Wahl immer eine möglichst kleine Fassung. Es können jedoch in der Anfangsphase bei Blick zur Seite Bildversetzungen auftreten, da ein Auge dann noch durch das Glas und das andere schon außerhalb der Brille vorbeischaut. Dies wird jedoch recht schnell automatisch vermieden, indem der Kopf weiter herumgedreht wird - was durchaus gut ist gegen Verspannungen der Halswirbelsäule. Daher tritt diese Bildversetzung recht schnell nicht mehr auf und richtig gestört hat dieser Effekt anfänglich nur beim rückwärts Autofahren.

Bei Prismengläsern treten kräftige Farben räumlich (gefühl wie ein 3 D-Effekt) hervor, obwohl sie dies in Wirklichkeit nicht sind. Dieser Effekt ist besonders deutlich, wenn kräftiges Rot direkt neben kräftigem Grün oder Blau auftritt, wie auf Reklameplakaten. Stören tut diese Farb-Raumwahrnehmung nicht. Sie ist eigentlich nur lustig.

Verwölbungen des Fußboden und schief empfundene jedoch eigentlich gerade verlaufende Linien sind weitere kurzzeitig auftretende Effekte. Mit Prismenbrillen hat man manchmal sogar die Empfindung man sei größer oder kleiner als ohne Brille. Die Gewöhnungsphase dauert nur kurz.

Zusatzbemerkung

Von Anfang an bemerkte Unschärfe bei ruhigem Blick in die Ferne oder Nähe, also ein schlechteres Sehen (schlechtere Sehschärfe), als gewohnt, sollte nicht ohne sofortige Überprüfung als gewöhnungsbedürftig eingestuft werden. In diesem Fall kann Ihr Augenoptiker folgenden einfachen Test durchführen: Das Sehen mit der Messbrille (mit den vorgesteckten verordneten Messgläsern) wird mit der fertigen Brille an möglichst kleinen Sehzeichen verglichen. Ergibt sich mit der Messbrille eine bessere Sehschärfe, dann sind die Brillengläser nicht in Ordnung und eine Gewöhnung daran wird es nicht geben.