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Noch einige Fragen zur Winkelfehlsichtigkeit mit Antwortversuchen:

Warum können Augenärzte keine Messungen von Winkelfehlsichtigkeit durchführen?

Kurze Antwort: Weil sie es nicht gelernt haben!

Winkelfehlsichtigkeit ist ein Sehfehler, dessen Messung und Korrektion augenoptische Tätigkeit ist. Sie wird daher ausführlich auch nur in der Ausbildung zum Augenoptikmeister gelehrt. Um die Methodik der Bestimmung von Prismenbrillen zu beherrschen, bedarf es zusätzlich sehr gründlicher langjähriger optischer Ausbildung und danach stetiger Weiterbildung.  Beides ist in der Ausbildung zum Augenarzt nicht vorgesehen, da er in erster Linie dazu ausbildet wird,  Augenkrankheiten zu erkennen und zu heilen. 

Es gibt im deutschsprachigen Raum nur ein paar Augenärzte, die auch den Beruf des Augenoptikermeisters erlernt haben und daher das gesamte Spektrum von Prismenkorrektion bis Operation von Winkelfehlsichtigkeiten bewerten und durchführen. Daher macht eine Messung oder nur Bewertung von Prismenbrillen bei Winkelfehlsichtigkeit durch einen nicht augenoptisch ausgebildeten Augenarzt oder durch eine bei ihm angestellte Sehschulangestellte keinen Sinn.  

 

Warum sind viele Augenärzte gegen Prismenbrillen von Augenoptikern?

Der Augenarzt lernt in seiner Facharztausbildung Krankheiten des Auges zu diagnostizieren und zu therapieren. Nach Eröffnung einer eigenen Praxis stellt er jedoch überrascht fest, dass die überwiegenden Patienten nicht aufgrund einer Augenkrankheit zu ihm kommen, sondern weil sie eine  Brillenüberprüfung wünschen.  Nun hat er von der Brillenglasbestimmung meist nur in ein bis zwei Wochenendkursen gehört und ist nicht annähernd so fachspezifisch wie die Augenoptiker ausgebildet worden (deren Ausbildungszeit zwischen zwei bis drei Jahren dauert). Diesen Mangel an augenoptischen und für eine fachlich richtige Brillenglasbestimmung unbedingt notwendigen Kenntnissen, wird der Augenarzt meist nie beseitigen können.  Seine Existenzangst kann zudem dazu führen, Wissenslücken nicht zu akzeptieren, weil Patienten möglicherweise nicht mehr wegen einer Brille zu ihm, sondern direkt zum Augenoptiker gehen könnten. Dabei würde sich hier die sinnvolle Aufgabenteilung anbieten:  Wegen der Brillen zum Augenoptiker und vorher oder nachher Vorsorge, Diagnose und Therapie durch den Augenarzt. Aber leider geht das wohl noch nicht. Es wird seit etwa einhundert Jahren und weiterhin das Gebiet der Brillenglasbestimmung mit fast kriegerisch anmutenden Mittel um jeden Preis verteidigt.  Trotzdem gehen immer mehr mündige und kritische Patienten und Kunden nach dieser einzig sinnvollen Arbeitsteilung vor, angeregt auch durch schlechte Erfahrungen mit nicht optimalen augenärztlichen Brillenrezepten.

Es scheint für uns Menschen und besonders für uns Ärzte einfacher zu sein, lieber die Arbeit anderer scheinbarer Konkurrenten niederzumachen, als eigene Wissenslücken zu akzeptieren. Anzetteln von juristischen Plänkeleien, das Führen von sog. schwarzen Listen und das Initiieren von berufspolitischen Schau-Prozessen ist leichter als fachliche Auseinandersetzung. 

 

Wird fortgesetzt (weitere Fragenbeantwortungen hier)