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Winkelfehlsichtigkeit  -  Ein Sammelband

ausgewählt und zusammengestellt von Dr. med. Uwe Wulff

Seit Jahrzehnten empfehlen Ergotherapeuten den Eltern entwicklungsauffälliger Kinder eine Abklärung beim Augenarzt, sobald sie deutliche Hinweise auf Sehstörungen erkannt zu haben glauben. Zu häufig sind danach Ergotherapeuten mehr als verwundert, wenn die Patienten sich zurückmelden mit dem Befund „Sehvermögen ist tadellos“.

Nun sind Ergotherapeuten sehr gute und in ihren Verdachtsvermutungen sehr treffsichere Beobachter, auch wenn es um das Aufspüren möglicher organischer Sehfunktionsdefizite bei Entwicklungsstörungen geht. Sie werden sich zwar nicht dazu verleiten lassen, eine gezielte Verdachtsdiagnose zu stellen, aber ihr Hinweis auf eine Störung des Sehens muss von dem aufgesuchten Fachmann immer sehr ernst genommen werden, denn meist ist er richtig und wichtig.

Welche erheblichen und folgenschweren Unterschiede zwischen der Bewertung eines Augenarztes „Ihr Kind sieht wie ein Adler“ und der sehr viel differenzierteren Beurteilung „Das beidäugige Sehen ihres Kindes ist tadellos und es besteht keine „Winkelfehlsichtigkeit“ wirklich bestehen, soll durch einige ausgewählte Artikel in diesem Sonderheft verdeutlicht werden.

Ergotherapeuten werden davon profitieren, wenn das Wissen um die Bedeutung eines störungsfreien beidäugigen Sehens für die Gesamtentwicklung eines Kindes allgemein bekannt wird. Sinnvolle Korrektionen von Sehfehlern werden ihre Arbeit erfolgreicher gestalten.

Eine Aufgabe dieses Sonderheftes soll es auch sein, Eltern, Pädagogen, Kinderärzten, Augenärzten und weiteren Interessierten eine lesbare Zusammenfassung des aktuellen Kenntnis- und Diskussionsstandes zur Winkelfehlsichtigkeit vorzulegen. „Lesbar“ wird benutzt im Sinne von Theodor Fontane, der vor weit über 100 Jahren geschrieben hatte: „Erst einmal kommt es darauf an, verstanden zu werden.“ Dieser Aspekt wird leider besonders bei den Ärzten oft nicht beachtet.

Dieser Sammelband soll auch den Berufsverband der Augenärzte helfen, der um den unzureichenden Kenntnisstand vieler Augenärzte über die latenten Störungen des beidäugigen Sehens weiß und nicht scheut, diesen Missstand anzuprangern. So wird festgestellt, dass sich Augenärzte der zeitraubenden und wenig einträglichen Betreuung von Betroffenen nur ungern widmen.

Es ist danach unbedingt erforderlich, nicht nur die Sehschärfe der beiden einzelnen Augen als grundlegende Voraussetzung für ein gutes beidäugiges Sehen zu ermitteln, sondern viel wichtiger ist es, auch eine möglichst störungsfreie Zusammenarbeit beider Augen zu erreichen, da dies für die visuelle Leistungsfähigkeit grundlegende Bedeutung hat. Ein Kind mit einer nur 50prozentigen Sehschärfe muss keine Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens haben. Es darf trotz erheblich reduzierter Sehschärfe sogar später ein Auto lenken. Ein anderes Kind mit einer 100prozentigen Sehschärfe, aber einer Winkelfehlsichtigkeit kann schon früh in seiner Entwicklung erhebliche Mühen haben, wenn es darum geht, ohne Hilfe sicher eine Treppe hinabzusteigen oder es wird das Ausmalen und Ausschneiden weder spielerisch noch lustvoll lernen und erleben, sondern seine ersten Misserfolgerlebnisse kassieren dürfen. Obwohl es doch „sehen kann wie ein Adler“. Und kaum jemand wird das Kind verstehen.

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